Braunschweig, 03. Februar 2020

Liebe Händler, Dienstleister, Gastronomen und Mitstreiter, werte AAI-Mitglieder,

leider hat das Verwaltungsgericht Braunschweig jetzt entschieden, dass die Geschäfte in Braunschweig im Rahmen der winterkunstzeit am Sonntag, den 9. Februar, nicht öffnen dürfen. Die Entscheidung bezüglich der anderen drei Sonntage 19. April, 27. September und 8. November steht noch aus. Wie das Stadtmarketing als Veranstalter betont hat, findet die winterkunstzeit von Mittwoch bis Sonntag statt.

Als AAI-Vorstand sind wir in mehrfacher Hinsicht maßlos enttäuscht und traurig! Gerade, weil wir wie in den zurückliegenden Jahren unverändert vier mit dem Arbeitsausschuss Peripherie e. V. (AAP) abgestimmte und von Dom sowie Betriebsräten (siehe Bericht in der BZ vom 01.02.) mitgetragene Sonntagsöffnungen bei der Stadt Braunschweig beantragt haben. Ebenso wurden in den letzten 15 Jahren aus Rücksicht auf die Arbeitnehmerinteressen beispielsweise noch nie Anträge zur Anmeldung einer Sonntagsöffnung an Feiertagen oder in der Adventszeit gestellt. Die Basis der Sonntagsöffnungen war immer eine thematische Großveranstaltung mit überregionaler Strahlkraft im Herzen unserer Stadt.

Im AAI-Vorstand herrscht ein großes Unverständnis für das Vorgehen und die Kommunikation seitens der Gewerkschaft ver.di. Die teilweise zu lesenden Äußerungen, man hätte mit ver.di im Vorfeld nicht gesprochen, sind falsch. Als AAI-Vorstand sind wir proaktiv auf ver.di zugegangen und haben das Gespräch gesucht, wenngleich sich dieses leider als nicht zielführend herausstellte. Als AAI-Vorsitzende haben wir uns auf den in unseren Augen angebotenen „Kuhhandel“ nicht eingelassen. Weder der pauschale und bedingungslose Verzicht auf einen der vier Sonntage noch das Unterzeichnen einer Sozialcharta waren für uns tragbare Lösungen und führten entsprechend auch zu keiner einvernehmlichen Lösung. Gern hätten wir als Vorstand gemeinsam mit ver.di über Ansätze und Möglichkeiten zur Stärkung der Braunschweiger Innenstadt gesprochen.

Weiterhin finden wir es beachtlich, wie auf der einen Seite der vermeintliche Kampf zum Schutz der Sonntage ausgerufen wird und auf der anderen Seite mit willkürlichen Forderungen schlicht Machtpolitik versucht wird. Ein tatsächlicher Dialog zur Qualität entsprechender Veranstaltungen und zum Wohl der Innenstädte kann aus unser Sicht so überhaupt nicht stattfinden. Bei uns in Braunschweig wird gegen aufwändige Veranstaltungen als Anlass geklagt, anderswo wird ein einfacher Flohmarkt als Anlass akzeptiert. Unfassbar hingegen ist unserer Meinung nach die dem Einzelhandel im Radio38-Interview vom 21. Januar vorgeworfene Botschaft des ver.di Bezirksgeschäftsführers, der Einzelhandel habe den Einstieg in den Onlinehandel verschlafen.

Letztlich stimmt es uns sehr traurig, dass unsere Anstrengungen, Braunschweigerinnen, Braunschweiger und Gäste aus der Region zu diesem tollen Kunsterlebnis, mit mehr als 60 Künstlerinnen, Künstler und Kreativen in der Innenstadt, in seiner Mischung mit Gastronomie und Einkaufen einzuladen, vergebens waren und wir an dem Sonntag nicht die Gesamtheit des Angebotes der Kunst- und Kulturschaffenden und des Braunschweiger Handels präsentieren können.


Mit dem AAI-Newsletter über aktuelle Ereignisse unmittelbar informiert werden:
Bitte sehen Sie von telefonischen Nachfragen ab. Über die weiteren Entwicklungen und Entscheidungen zu den weiteren drei beantragten Sonntagsöffnungen im Rahmen der Veranstaltungen, modeautofrühling (18./19.04.), trendsporterlebnis (26./27.09.) und mummegenussmeile (06. bis 08.11.) informieren wir Sie unmittelbar auf unserer Webseite www.aai-bs.de und über unseren b2b-Newsletter www.aai-bs.de/newsletter.

Mit freundlichen Grüßen

Olaf Jaeschke (Vorsitzender)
Mirko Rüsing (stellvertretender Vorsitzender)