Der Düsseldorfer Projektentwickler Development Partner hatte in enger Abstimmung mit der Stadt Braunschweig einen mit der Architektenkammer Niedersachsen abgestimmten, bundesweiten Wettbewerb für die Neugestaltung der Burgpassage in der Braunschweiger Innenstadt ausgelobt. Eine elfköpfige Jury unter dem Vorsitz von Professor Johannes Ringel (RKW), besetzt mit Vertretern der Stadt Braunschweig, des Investors sowie namhafter Architekten, kürte als Ergebnis des mehrstufigen Wettbewerbs den Entwurf des Braunschweiger Architekturbüro Welp von Klitzing einstimmig als Sieger und zeichnete auf diese Weise den Weg für die künftige städtebauliche Entwicklung an Stelle der bisherigen Burgpassage vor. Gemeinsam mit dem Architekturbüro haben Ralf Niggemann, CEO von Development Partner, und Oberbürgermeister Ulrich Markurth heute den Siegerentwurf in einem Pressegespräch vorgestellt.

Gegenstand des Siegerentwurfs ist die Planung von attraktiven Neubauten entlang einer neuen, in das bestehende Innenstadtsystem der Stadt Braunschweig integrierten Straße – der neuen ‚Burggasse‘ –, die in ihrer Dimensionierung die Körnigkeit der Altstadt Braunschweigs aufnehmen und in ihrer Nutzungsmischung aus Einzelhandelsflächen im Erd- und Obergeschoss sowie Wohnnutzungen in den oberen Geschossen die Attraktivität und die Lebendigkeit dieses Teils der Innenstadt wahrnehmbar erhöhen wird.

Bildnachweis: Development Partner.

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Für Oberbürgermeister Ulrich Markurth ein Entwurf mit viel Potential: „Die Weiterentwicklung der Burgpassage mit einem neuen Konzept für den Einzelhandel und innerstädtischem Wohnen ist eine große Chance, die Innenstadt weiter zu stärken. Das ist ein positives Signal für den Einzelhandel und die Attraktivität der Innenstadt insgesamt. Die Idee, aus der Burgpassage eine „Burggasse“ zu machen und damit Hutfiltern und Schuhstraße städtebaulich zu verbinden, finde ich sehr vielversprechend.“ Markurth sagte, auf der EXPO Real vor zwei Jahren habe man erstmals über das Projekt gesprochen. „Jetzt sind wir einen großen Schritt weiter.“

„Die Neuentwicklung der alten Burgpassage hin zu der neuen ‚Burggasse‘ als Ergänzung der innerstädtischen 1A-Lage zwischen Hutfiltern, dem Kohlmarkt und der Schuhstraße ist längst überfällig und aufgrund der inzwischen eingetretenen Negativentwicklung in der Burgpassage auch unausweichlich gewesen“, erklärte Ralf Niggemann. Nun werde das enorme Potenzial dieser Lage gehoben und gleichzeitig auch ein Stück Stadtentwicklung betrieben.

Mit der vollständigen Neugestaltung der ehemaligen Burgpassage ergibt sich die einmalige Chance auf die Entwicklung einer neuen, öffentlichen ‚Straße‘ im Herzen der Stadt Braunschweig. Den Vorschlag des Büros Welp von Klitzing lobten Gunter Köhnlein, Projektgeschäftsführer von Development Partner, und Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer einmütig: „Der Siegerentwurf setzt die der Auslobung zugrunde liegende Entwicklungsidee der Öffnung einer Straße mit einzeln ablesbaren Häusern im Kontext der bestehenden Innenstadt am konsequentesten und überzeugendsten um.“ Leuer, ebenfalls Mitglied der Jury, sagte weiter: „Der Entwurf fügt sich besonders gut in das mittelalterliche Gepräge der Innenstadt ein. Es entsteht ein neuer Stadtraum, der das Gesicht der Innenstadt nach meiner Einschätzung positiv verändern wird.“

Bildnachweis: Development Partner.

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An Stelle der bislang geschlossenen und überdachten Burgpassage im Sinne eines Shopping-Centers entstehen künftig Ladenlokale, die einzeln und individuell über das Erdgeschoss erschlossen werden. Die durch die Öffnung der Passage entstehende neue Burggasse wird auf diese Weise in die bestehende 1A-Lage integriert und bildet eine städtebaulich attraktive Verbindung zwischen den Braunschweiger 1a-Lagen Hutfiltern und Schuhstraße.

An Hutfiltern wird das Bestandsgebäude als Entree in die neue Gasse zweigeschossig geöffnet. Die neue Burggasse erhält vier – bis fünfgeschossige Gebäudeeinheiten mit heterogenem, abwechslungsreichem Fassadenbild, zweigeschossige Ladenlokale mit großzügigem Schaufensteranteil im Fußgängerbereich sowie in den Obergeschossen separat erschlossene Wohnungen. Da die Gebäudeeinheiten nicht Altstadt simulieren oder historisierend wirken, sondern den Maßstab der Innenstadtbebauung und typische Fassadenelemente der Umgebung aufgreifen und interpretieren, entsteht ein zeitgemäßes Ambiente. Ein gemeinsames Untergeschoss verbindet die straßenbegleitenden Bebauungen, hier werden auch die erforderlichen Lager- und Nebenräume sowie die notwendigen Stellplätze platziert.

Stadtbaurat Heinz Leuer erläuterte, für die Eingangsbereiche sehe der Entwurf Veränderungen der denkmalgeschützten Bausubstanz vor. Zur Schuhstraße solle dem Entwurf gemäß ein Gebäudeteil, unter dem sich heute der Eingang befindet, entfernt werden. Im Bereich Hutfiltern werde der Eingang zwar schmaler, dafür aber zweigeschossig. „Die Jury hat dies für angemessen und auch im historischen Kontext für vertretbar gehalten. An diesen Eingangsbereichen wird von den Architekten Welp von Klitzing noch im Detail weitergearbeitet, die in der Folge gefundenen Vorzugslösungen müssen dann auch mit den Denkmalbehörden des Landes abgestimmt werden. Der nächste Schritt wäre dann ein Baugenehmigungsverfahren“, sagte der Stadtbaurat.

Bildnachweis: Development Partner.

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Die Burgpassage konnte in der jetzigen Form aufgrund der eingetretenen Negativentwicklung verbunden mit Leerstand von Handelsflächen nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden. Development Partner hatte die Burgpassage bereits im Jahr 2015 von der Allianz Lebensversicherungs AG erworben. Die im Jahr 1983 errichtete Immobilie steht auf einem Grundstück mit einer Gesamtgröße von knapp 4.400 Quadratmetern. Teile des heute bestehenden Gebäudeensembles stehen unter Denkmalschutz, was für die Stadt Braunschweig an dieser Stelle eine wichtige Rolle spielt und daher auch im Architektenwettbewerb angemessen Berücksichtigung fand. Für Development Partner bedeutet der Erwerb der Burgpassage ein erneutes Engagement in Braunschweig. Bereits im Jahr 2000 entwickelte das Unternehmen im historischen Stadtkern der traditionsreichen Handelsstadt ein schlüssiges und marktgerechtes Konzept für die neue Nutzung eines ehemaligen mittelständischen Textilkaufhauses. Im Zuge der Projektentwicklung wurde das aus drei denkmalgeschützten Gebäuden bestehende Ensemble umfangreich saniert und mit einem Neubau verbunden, um das Flächenangebot an die Erfordernisse moderner Einzelhandelskonzepte anzupassen.

Die Stadtverwaltung informiert heute auch den Planungs- und Umweltausschuss über das Wettbewerbsergebnis mit einer Mitteilung. Sechs Büros waren danach bundesweit angeschrieben worden und hatten Entwürfe eingereicht. Den 2. Preis erhält das Büro KSP Jürgen Engel Architekten, Braunschweig, den 3. Preis das Büro Kadawittfeld Architektur, Aachen.

Development Partner AG

Seit mehr als 15 Jahren zählt Development Partner bundesweit zu den führenden Entwicklern von innerstädtischen Geschäftshäusern in den sogenannten 1a-Lagen der gefragten deutschen Einkaufsstädte. Im Segment der Büroimmobilien richtet das Unternehmen seinen Fokus zukünftig auf die guten Lagen in den so genannten Top-Seven-Städten in Deutschland. Dabei entwickelt Development Partner seit seinem Bestehen erfolgreich qualitativ hochwertige und gefragte Objekte für den deutschen Investorenmarkt.

Für Rückfragen steht Ihnen Ralf Bettges für den Bereich Unternehmenskommunikation unter der Rufnummer +49 (0)211 9123 368 gerne zur Verfügung. Informationen zum Unternehmen und Projekten finden Sie auch im Internet unter www.developmentpartner.de.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Braunschweig und der Development Partner AG, 06. September 2017.

Statement des AAI zu den Entwicklungen

Olaf Jaeschke, Vorstandsvorsitzender des AAI: „Die Burgpassage liegt im Herzen der Innenstadt und erfüllt seit ihrer Eröffnung im Jahr 1983 eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen Hutfiltern und der Schuhstraße. Der Einzelhandel unterliegt einem steten Wandel. Anforderungen an Ladengrößen und -zuschnitte, Schaufensterbreiten, Wahrnehmbarkeit aber auch die Kundenansprüche an Ladenlokale haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Bestehende Immobilien genügen oftmals nicht mehr diesen Anforderungen. Die Folgen sind, dass gerade mehrgeschossige Immobilien zunehmend mit Leerständen in den oberen Stockwerken kämpfen, aber auch eine „qualitative“ Neuvermietung von nicht mehr zeitgemäßen Erdgeschossflächen stellt Eigentümer wie Immobilienverwalter vor größer werdende Herausforderungen.

Die Notwendigkeit, sich den Entwicklungen am Markt, den Kunden- und Händleransprüchen mit einer entsprechenden Dynamik und Modernisierungsbereitschaft zu stellen, ist aus Sicht des Arbeitsausschuss Innenstadt e. V. (AAI) dringend erforderlich und in der Braunschweiger Innenstadt derzeit gut sichtbar. Die Entwicklung der Burgpassage bietet die Chance, die Passage und damit den gesamten innerstädtischen Bereich, städtebaulich attraktiv weiterzuentwickeln und aufzuwerten sowie auf heutige Anforderungen im Einzelhandel zeitgemäß zu reagieren. Wir versprechen uns davon, dass die zentral gelegene Burgpassage auch in Zukunft ein wichtiger Anlaufpunkt und eine attraktive Einkaufslage in der Braunschweiger Innenstadt bleibt. Insgesamt sehen wir eine positive Entwicklung der Center und Passagen im Bereich der nordwestlichen Innenstadt, denn die Bereitschaft zur Investition attestiert Braunschweig einmal mehr eine hohe Attraktivität und Anziehungskraft.

Der AAI steht bezüglich der baulichen Entwicklungen seit langem im Dialog mit den Händlern in der nordwestlichen Innenstadt. Im Rahmen unserer Möglichkeiten vertreten wir generell die Bedürfnisse der Braunschweiger Einzelhändler gegenüber Investoren, treten als Gesprächsvermittler auf und bringen Händler, Wirtschaftsförderung und Immobilienmakler zusammen. Bereits im Frühjahr gab es einen gemeinsamen Dialog zur Entwicklung der nordwestlichen Innenstadt, am 18. Oktober folgt der nächste öffentliche AAI-Infoabend mit dem Schwerpunkt Nordwestliche Innenstadt. Dort werden Vertreter der Stadt und der Wirtschaftsförderung zu den Veränderungen im Bereich der Center und Passagen Stellung nehmen. Kurzfristig werden wir den Investor zu einem Gespräch einladen, damit er auch dem AAI seine Pläne darlegen kann. Sicher ist eine gute Lösung der Belange der anliegenden Einzelhändler auch im Interesse des Investors.“

Bildnachweise: Development Partner.